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Mit Glück konnte man einen Flyer in seiner neu gekauften Hose finden (Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Anke-Jenny).
Diese Frage haben sich drei ASAt_innen des aktuellen Zyklus 2011 gestellt. Doch Anke-Jenny, Ngoc-Dung und Isabelle haben es nicht beim Fragen belassen, sondern eine Mini-AGL (MAGL) auf die Beine gestellt. Mit der Aktion wollen sie darauf aufmerksam machen, dass der Kauf von billiger Kleidung immer auf Kosten anderer geht.
In Filialen von H&M in Münchner, Berlin und Gießen haben die drei ASAt_innen Flyer in Form kleiner Schiffchen in Hosen- und Rocktaschen versteckt. Auf den Flyern wird auf die Produktionsbedingungen und langen Transportwege von Kleidung hingewiesen und Fragen an den Käufer_in gestellt. Auf den Flyern befindet sich auch eine Mailadresse, die man anschreiben kann, um sich weiter zum Thema zu informieren. Wer besonders großes Glück hat, findet in seiner Hosentasche einen Flyer, an welchem einer unserer schicken Buttons mit dem Slogan 'buy fair - think global' prangt.
Der Flyer im Schiff-Format wurde in diversen Hosentaschen versenkt (Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Anke-Jenny).
Der Flyertext:
"H&M hat einen Verhaltenskodex für seine Lieferant/innen ausgearbeitet, in dem u.a. Richtlinien bezüglich der Arbeitsbedingungen von Textilarbeiter/innen festgelegt sind. Außerdem veröffentlicht H&M jedes Jahr einen Bericht zur Nachhaltigkeit seines Wirtschaftens. Das scheinen erste Schritte in die richtige Richtung zu sein. Und trotzdem ist es wichtig, zu fragen, wie die Bedingungen von Arbeiter/innen in den Textilfabriken, die den Konzern beliefern, tatsächlich aussehen und ob derartige Maßnahmen nicht doch nur der eigenen Imagepflege dienen. Wir glauben, dass die Preise, für die wir bei H&M Kleidung kaufen, nur zu Lasten anderer entstehen können. Bedenkt man nur, welche Transportwege jedes einzelne T-Shirt zurücklegen muss, bevor es hier in Deutschland auf der Kleiderstange landet. Eine Textilarbeiterin in Bangladesch verdient am Tag 1,18 Euro. Zu wenig, um sich bei steigenden Lebensmittel- und Mietpreisen versorgen zu können. Warum verlangt H&M von den Fabrikmanager/innen nur, den jeweiligen Mindestlohn zu zahlen und nicht einen Lohn, von dem die Arbeiter/innen anständig leben könnten?
Verschiedenste Quellen berichten nach wie vor von katastrophalen Arbeitsbedingungen in den Textilfabriken des Konzerns. Weshalb wird die Einhaltung des Verhaltenskodex eigentlich nur von H&M selbst überwacht und nicht von unabhängigen Kontrolleur/innen? Und wieso kaufen wir überhaupt T-Shirts, die kaum mehr kosten als der Coffee to go um die Ecke? Es gibt Alternativen und Möglichkeiten, Kleidung zu fairen Preisen zu kaufen! Möchtest du mehr darüber wissen oder hast du Fragen?"
Anke-Jenny, Ngoc-Dung, Isabelle, ASA-Teilnehmerinnen 2011