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Kolumbien | Plätze: 3 | Nr.: C301505323 | Seminartermine
Hinweise: Für Berufstätige besonders geeignet
Berufsfelder: Landwirtschaft, Raumplanung
Studienrichtung: Sozialwissenschaften, Politikwissenschaften, Biologie, Agrarwissenschaften, PR/Journalismus, Stadtentwicklung, Volks-/Betriebswirtschaftslehre
Vorgeschlagen von: Camilo Andres Martinez Cuchimaque (Yanapaqui)
Sprache(n): Spanisch
Dauer: 3 Monate
Eine Gruppe von 120 Familien, die vom Hinterland vertrieben worden waren, besetzten 1999 ein Stück ungenutztes Land in der Stadt Neiva, wo sie in den darauffolgenden Jahren nach und nach das Viertel Falla Bernal aufbauten. Die Stadt Neiva liegt am Fluss Rio Magdalena rund 350 km südlich von Bogotá. Im internen Konflikt zwischen Armee, Paramilitärs und Guerillagruppen mussten über Jahrzehnte hinweg Millionen von Menschen ihre Lebensgrundlage auf dem Land zurücklassen und in die Städte fliehen. Dort wurden sie meist Teil einer städtischen Bevölkerungsschicht, die unter sehr prekären Bedingungen lebt.
Die Nichtregierungsorganisation Corporativa Yanapaqui will die Binnenmigrant_innen in Neiva bei der Selbstorganisation unterstützen. Gemeinsam mit ihnen sollen Strategien erarbeitet werden, um die lokalen Ressourcen solidarisch für urbane Landwirtschaft zu nutzen und so den Zugang zu Nahrung zu verbessern.
Die Teilnehmenden sollen Yanapaqui unter anderem dabei unterstützen, den Einwohner_innen von Falla Bernal Wissen über Solidarische Ökonomie, Genossenschaftswesen und lokale Entwicklung zu vermitteln. Zudem lernen sie die bestehende nachhaltige Produktion in dem Viertel kennen und tragen dazu bei, diese zu verbessern. Um die kollektive Identität der Gemeinde aufzuarbeiten und so Zusammenhalt und Solidarität zu fördern, besteht eine weitere Aufgabe der Teilnehmenden darin, in einem partizipativen Prozess mit den Einwoher_innen die Geschichte des Viertels zu rekonstruieren. Zudem suchen sie nach Finanzierungsmöglichkeiten für das Projekt. Ihre Erfahrungen in Neiva können die Teilnehmenden anschließend in Berichten oder Zeitungsartikeln einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich machen.
Die Teilnehmenden sollten mit Fragen der lokalen Entwicklung und Raumplanung vertraut sein und Kenntnisse über Ernährungssouveränität und Solidarische Ökonomie mitbringen. Ebenfalls von Vorteil sind Kenntnisse im biologischen Anbau und Erfahrungen in der Anwendung partizipativer Methoden sowie mit Journalismus und/oder Öffentlichkeitsarbeit. Da die Teilnehmenden eng mit der Gemeinde zusammen arbeiten werden, sind gute Spanischkenntnisse und Offenheit für die lokalen Begebenheiten unabdingbar.
Das Projekt findet von September bis November 2012 statt.