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Süd-Nord

Vergleich von Bildung und Erziehung in Kamerun und Deutschland

Kamerun | Plätze: 2 | Nr.: C301505408 | Seminartermine

Studienrichtung: Lehramt, Pädagogik, Sozialwissenschaften, Ethnologie, Afrikanistik, Internationale Beziehungen, Interkulturelle Kommunikation

Vorgeschlagen von: Judith Strohm und Prof. Kum’a Ndumbe III (AfricAvenir)

Sprache(n): Französisch, Englisch von Vorteil

Dauer: 6 Monate

Im Sinne einer „Afrikanischen Renaissance“ setzt sich die Organisation AfricAvenir International für eine gleichberechtigte Partnerschaft zwischen Afrika und Europa ein. Die beiden Schwesterorganisationen in der kamerunischen Stadt Douala und in Berlin machen afrikanische Sichtweisen und Positionen im Sinne eines kritischen postkolonialen Ansatzes in der Öffentlichkeit sichtbar.

In Kooperation mit kamerunischen und anderen Diasporavereinen klärt AfricAvenir in Berlin die Öffentlichkeit mit Dialogforen, Publikationen, Filmvorführungen und Ausstellungen kritisch über die gemeinsame Geschichte und aktuelle Aspekte der afrikanisch-europäischen Beziehungen auf. Ebenso arbeitet das Büro in Douala daran, die oft marginalisierten Sichtweisen, Kulturprodukte und wissenschaftlichen Erkenntnisse Afrikas zu erweitern und konstruktiv für Politik und Gesellschaft nutzbar zu machen. Instrumente dazu sind der Aufbau einer Bibliothek, die Organisation von Veranstaltungen und Informationstransfer per Internet.

Mit dem Süd-Nord-Projekt thematisieren die Mitarbeiter_innen in Douala und Berlin die Schulbildung als wichtigstes Erziehungsmittel für Kinder und Jugendliche und Schlüssel für gesamtgesellschaftliche Entwicklung. Die ASA-Teilnehmenden werden gemeinsam eine Studie erarbeiten, in der sie die Bildungssysteme, –inhalte und -methoden beider Länder analysieren und vergleichen. Dabei werden sie auch Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den sozio-kulturellen Konzepten von Bildung und Erziehung in beiden Ländern herausstellen. Da das heutige Bildungssystem in Kamerun auf kolonialherrschaftliche Strukturen zurückgeht, soll es im historischen Kontext beleuchtet werden. Zu diesem Zweck sollen die ASA-Teilnehmenden vorkoloniale Bildungsformen und alternative kamerunische Bildungskonzepte heranziehen, um zu beantworten, ob das heutige System den sozio-kulturellen Bedürfnissen und Gegebenheiten entspricht.

In der Nordphase wählen die ASA-Teilnehmenden ein geeignetes Panel von Grund- und Sekundarschulen im Berliner Raum aus und evaluieren in Gesprächen und Hospitanzphasen die Lerninhalte und Unterrichtsmethoden, die für den Vergleich relevant sind. Ziel ist dabei, den Zusammenhang zwischen Erziehung und politischer Meinungsbildung herauszustellen. Die Ergebnisse präsentieren und diskutieren sie in einer Konferenz.

Während der Südphase werden die ASA-Teilnehmenden das kamerunische Bildungssystem untersuchen, um zu beurteilen, inwiefern es den heutigen Bedürfnissen eines „unabhängigen“ postkolonialen Staates entspricht. Sie analysieren unter anderem die Inhalte des Geschichtsunterrichts, zum Beispiel die Beschreibung von Kolonialismus und Unabhängigkeitsbewegung. Dabei hinterfragen sie kritisch, welches Geschichtsbewusstsein und welche Werte damit an jüngere Generationen weitergegeben werden.

Die Teilnehmenden sollten Hintergrundkenntnisse zu Lehramt, Pädagogik, Sozialwissenschaften, Afrikanistik, Ethnologie oder ähnlichen Bereichen haben. Sie verfügen idealerweise über Grundkenntnisse zu Pädagogik, Bildungspolitik, postkolonialer Theorie und/oder Kolonialgeschichte. Weiterhin sollten sie sich bereits mit Thematiken zur Region Afrika auseinandergesetzt haben. Kenntnisse von Methoden wissenschaftlichen Arbeitens und empirischer Sozialforschung sind Voraussetzung für eine Teilnahme am Projekt. Die Teilnehmenden sollten sehr gute Beherrschung der französischen und gute Kenntnisse der englischen Sprache vorweisen können.

Voraussetzung für eine Teilnahme ist die Bereitschaft, sich aktiv an beiden Projektphasen zu beteiligen! Dazu zählen selbstverständlich auch Vorbereitung und Durchführung der Nordphase gemeinsam mit den kamerunischen Teilnehmer_innen in Deutschland und dem deutschen Projektpartner AfricAvenir International Berlin. Der Zeitaufwand für die Nordphase entspricht dem eines Vollzeitpraktikums.

Bewerbungen aus Berlin und naher Umgebung sind besonders erwünscht. - Bewerber_innen aus anderen Regionen müssen für den Zeitraum der Nordphase einen Umzug nach Berlin einplanen.

Die Nordphase findet von April bis Juni 2012 statt, die Ausreise zur Südphase erfolgt – in Absprache mit der Partnerorganisation - zwischen Juli und Dezember.

Projekt zur Bewerbung vormerken

Engagement Global gGmbH