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Programmbeschreibung
Georgien | Plätze: 2 | Nr.: C300104505 | Seminartermine
Hinweise: Für Berufstätige besonders geeignet
Berufsfelder: Physiotherapie
Studienrichtung: Physiotherapie
Vorgeschlagen von: Michael Rogenz, Corinna Oehmichen, ASA-TeilnehmerInnen 2007
Dauer: 3 Monate
Seit der Rosenrevolution 2003 wurden zwar weite Teile der georgischen Politik reformiert, der Gesundheitssektor ist jedoch bis heute nicht neu organisiert worden. Da es kein Versicherungssystem gibt, können sich viele Familien teure Behandlungen und Medikamente nicht leisten. Auch um die zirka 160 in Tiflis registrierten Multiple-Sklerose-PatientInnen (MS) kümmern sich meist nur deren Familien. Da die Krankheit das zentrale Nervensystem schädigt, verlieren erkrankte Personen häufig die Kontrolle über ihren Körper und leben isoliert von der Gesellschaft.
Die “Multiple Sclerosis Society of Georgia” (MSSG) versucht seit 2003, die PatientInnen sozial und ökonomisch in die Gesellschaft zurückzuholen. Die Organisation verwaltet gespendete Medikamente und Materialien und betreut PatientInnen und deren Familien.
Im Rahmen eines ASA-Projekts 2006/2007 haben die PatientInnen und MitarbeiterInnen der MSSG bereits sehr gute Erfahrungen mit Physiotherapie in der MS-Therapie gemacht. Spezielle Muskel-, Koordinations- und Gleichgewichtsübungen können den PatientInnen helfen, im Alltag unabhängiger zu werden. Da es in Georgien keine Physiotherapie-Ausbildung gibt, sollen die ASA-TeilnehmerInnen die Grundkenntnisse der MSGG-MitarbeiterInnen erweitern. Sie werden PatientInnen einfache Übungen und Methoden beibringen, die diese und ihre Familienmitglieder selbstständig anwenden können. In einem Katalog können diese Übungen für zukünftige PatientInnen und MitarbeiterInnen dokumentiert werden. Für PatientInnen, die in der Lage sind, ihr Zuhause zu verlassen, können die ASA-TeilnehmerInnen Gruppentherapiesitzungen veranstalten. Im Idealfall wird so der Grundstein für ein Netzwerk von Leuten mit physiotherapeutischen Kenntnissen gelegt, die ihr Wissen an andere Personen weitergeben können.
Die ASA-TeilnehmerInnen sollten erfahren im Umgang und in der Behandlung von Menschen mit Erkrankungen des zentralen Nervensystems sein. Englisch ist zwar die Arbeitssprache des Projekts, Russischkenntnisse sind jedoch sehr hilfreich.
Nach dem kurzen Krieg mit Russland im August 2008 ist die Situation in Georgien weiterhin angespannt, die individuelle Sicherheit aber gewährleistet. In der Millionenstadt Tiflis bestehen nicht mehr oder weniger Sicherheitsrisiken als in anderen Großstädten. Der Zeitraum der Durchführung liegt zwischen Juli und Dezember 2010.