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Nach monatelanger Zusammenarbeit stellten wir fest, dass die bildenden Künste eine Brücke zwischen den alltäglichen Lebenswelten von Migrant_innen in Berlin, Deutschland und jungen Künstler_ innen in Cotonou, Benin schlagen können. Ein beninisch-deutsches Team beschäftigte sich über 6 Monate mit dem Thema Migration und begleitete das Projekt bis zur Entstehung der Wanderausstellung. Beteiligt waren: Carlos Tanifeani, Yarou Gounou Tamou, Kerstin Mayer und Maria Rojas Hernández.
Die Nord-Phase
Von April bis Juni 2008 arbeiteten vier Teilnehmer_innen zusammen in Berlin. Sie erhielten alle Beteiligte einen Einblick in die Alltagsrealitäten von Migrant_innen in Berlin und trafen sich mit verschiedensten Akteuren der aktiven Migrationsarbeit. In diesen drei Monaten wuchs das vierköpfige Team zusammen und eignete sich Methoden der Bildungsarbeit an, die auch später in der Bildungswerkstatt in Benin zum Einsatz kamen. Die Nordphase wurde am 8. Juni 2008 durch eine Ausstellung der besonderen Art abgeschlossen. Das ASA-Süd-Nord-Team präsentierte Zitate, die sie in Gesprächen mit Migrant_innen und Vertreter_innen verschiedenster Organisationen thematisch gesammelt hatten („Heim“, „Duldung“, „Residenzpflicht“, „Misstrauen" etc.).
Die Süd-Phase
Im August 2008 startete das Team in die Südphase des Projekts – in Cotonou, Benin. Zu Beginn begleiteten die vier Teilnehmer_innen die internationale Karawane der Solidarität mit kleinen Inputs rund ums Thema Migration. Die Hauptaufgabe für das Süd-Nord-Team bestand jedoch darin, ein Bildungswerkstatt zum Thema Migration und ich zu organisieren und anzuleiten. Es nahmen elf junge Künstler_innen der Ecole Secondaire des Métiers d’Arts (Fachschule der künstlerischen Berufe) im SOS-Kinderdorf in Abomey-Calavi teil. Im ersten Teil gestalteten die ASA-Teilnehmer_innen ein thematisches Seminar mit den Jugendlichen. Durch partizipative und theaterpädagogische Methoden tauschten sich die Jugendlichen über Erfahrungen und Meinungen zum Thema Migration aus. Hierbei ließ das vierköpfige Team Erlebnisse aus der Nordphase mit einfließen. Im zweiten Teil der Bildungswerkstatt nahmen die jungen Künstler_innen an einem Malereiworkshop unter der Leitung des erfahrenen beninischen Künstlers Christian Gbegnon teil und erschufen über 50 beeindruckende Gemälde. Aus diesen Kunstwerken entstand eine Wanderausstellung, die bereits mehrfach in Benin, Kanada und Deutschland präsentiert wurde.
Und dann…
Die Gemälde der beninischen Künstler_innen sorgten vielfach für Erstaunen und Begeisterung. So kam Christel Gbaguidi – Leiter von Arts Vagabonds und Initiator des Projektes – auf die Idee, die Gemälde auch in Deutschland zu präsentieren. Im Oktober organisierte er zusammen mit dem Jugendmigrationsdienst Promigra Mitte und den deutschen ASA-Teilnehmerinnen einen Diskussionsabend. Die Teilnehmenden ließen sich von den Bildern zu Gesprächen rund um Migration anregen. Vom 6. bis 17. November 2009 wurde ein Teil der Originalgemälde im Kunsthaus Tacheles (Berlin) ausgestellt. Und es geht noch weiter! Christel Gbaguidi wird auch dieses Jahr wieder mit Gemälden nach Berlin kommen, um den Dialog zwischen Süd und Nord zum Thema Migration weiterzuführen.
Das Süd-Nord Projekt entstand durch einen interkulturellen Austausch zwischen Benin und Deutschland. Es wurde ermöglicht durch die Unterstützung der Partnerorganisationen: Arts Vagabonds Rézo Afrik Bénin, ASA-Programm (InWEnt gGmbH), Promigra Mitte CJD Berlin, SOS-Kinderdorf Bénin.