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Wie kann Straßenfußball als Methode in der Jugendarbeit benutzt werden? Welche Möglichkeiten gibt es, Straßenfußball als Bildungsansatz an Schulen zu verankern? Die Teilnehmenden eines Süd-Nord-Projekts haben die beiden Straßenfußballorganisationen KICKFAIR (Deutschland) und Cre-Arte (Argentinien) beim Erfahrungsaustausch und bei der Weiterentwicklung ihrer internationalen Lernkooperation unterstützt.
Straßenfußball - mehr als Fußball auf der Straße
Gespannt lauschen die SchülerInnen der elften Klasse der Escuela Siglo XXI’ in Bariloche/Argentinien den Erzählungen von Florian Breimer, Matthias Gather und Fabricio Flores: Welche Zusammenhänge sehen Jugendliche aus Ruanda, Deutschland und Argentinien zwischen Fußball, Frieden und Respekt? Wie beschreiben junge Menschen, die aus verschiedenen Ländern, Kontinenten und Organisationen kommen, die Bedeutung von Frieden aus ihrer Sicht? Das lesen die drei ASA-Stipendiaten aus dem Buch „Respekt - ein Buch über den Frieden“ den Schülern und Schülerinnen vor und sie laden ein, mitzumachen. Das Buch ist das Ergebnis eines gemeinsamen Projektes der Organisationen KICKFAIR (Deutschland), Cre-Arte (Argentinien) und Espérance (Ruanda), das unter anderem mit dem Baden-Württembergischen Schülerpreis ausgezeichnet worden ist. Mit diesen Geschichten ermuntern die drei ASA-Teilnehmer die SchülerInnen, sich mit ihnen gemeinsam Gedanken zu machen und sich im Rahmen verschiedener Workshops zu Literatur und Kunst untereinander auszutauschen.
Die Workshops sind Teil eines aktuell entstehenden weltweiten Netzwerkes von Schulen, die Fußball als Bildungsansatz in ihren Lehrplänen verankern und gemeinsam Projekte umsetzen. Gleichzeitig sind sie ein gelungenes Beispiel für das Potenzial internationaler Lernkooperationen, wie sie von KICKFAIR und Cre-Arte entwickelt werden: Lerngemeinschaften, in denen Organisationen langfristig zusammen arbeiten und dabei Jugendliche, KoordinatorInnen und OrganisationsleiterInnen gleichermaßen als Lernende einbeziehen.
KICKFAIR befasst sich hauptsächlich mit Straßenfußball als Zugang zu Lernen, Bildung und Erziehung. Die Organisation arbeitet deutschlandweit als Partner bei der Realisierung von Straßenfußball-Projekten. In einem ganzheitlichen Konzept nutzt "KICKFAIR" den Straßenfußball, um sozial benachteiligten Kindern und Jugendlichen Zugang zu Lernen, Bildung und Erziehung zu ermöglichen.
Tor! Die drei Teilnehmer des Süd-Nord-Projekts in ihrem Element.
"Cre-Arte" wurde 1995 in Bariloche im südargentinischen Patagonien als Bildungs- und Kulturzentrum für Menschen mit Behinderung gegründet. Es öffnet Erwachsenen über vielfältige Kunst- und Kreativworkshops einen kostenlosen Raum für ganzheitliche Entfaltung individueller Fähigkeiten. Darüber hinaus betreut Cre-Arte verschiedene Straßenfußballprojekte für Menschen mit und ohne Behinderung und ist Koordinator des argentinischen Straßenfußballnetzwerks.
In ihrer Zusammenarbeit befassen sich KICKFAIR und Cre-Arte mit Fußball und Kunst in den Bereichen soziales und globales Lernen, Integration, Persönlichkeitsentwicklung und kommunale Entwicklung. Beide Organisationen verfügen über ein großes Erfahrungswissen mit unterschiedlichen Schwerpunkten. KICKFAIR begleitet seit kurzem als außerschulischer Partner die Bildung und Entwicklung einer Außenklasse aus behinderten und nicht-behinderten Schülern in Ostfildern. In diesem Bereich will KICKFAIR auf die jahrelange Erfahrung von Cre-Arte zurückgreifen. KICKFAIR verfügt im Gegenzug über vielfältige Erfahrungen in der Nutzung des Straßenfußballs im Rahmen des formellen Bildungssystems. Cre-Arte möchte diese Erfahrungen für eine verstärkte Arbeit mit Schulen in Argentinien nutzen.
Über das aktuelle ASA-Nord-Süd-Projekt wird der Wissens- und Erfahrungstransfer in beide Richtungen optimal ermöglicht. Gemeinsam mit den ASA-Teilnehmenden kann gemeinsames Wissen systematisiert und als konkrete didaktische und methodische Handlungsansätze für die Arbeit in beiden Organisationen übertrag- und nutzbar gemacht werden.
Florian Breimer und Matthias Gather, ASA-Teilnehmer 2009